Energiemanagement
Umweltbewusste Schule in Eigenverantwortung
Neben der Mülltrennung und –vermeidung beinhaltet das Konzept von USE auch das Einsparen von Energie.
Das GaS nimmt bereits seit 1998 am städtischen Projekt „Energieeinsparung durch Änderung des Nutzerverhaltens in Schulen der Stadt Peine“ teil.
Im Winter 98/99 fanden zur Konzeption von USE Projekttage des damaligen zehnten Jahrganges statt. Mit Hilfe der Stadtwerke und der HASTRA erstellten die Schülerinnen und Schüler einen „Energiestatus“ unserer Schule und suchten nach Möglichkeiten zum Einsparen von Energie (Fernwärme und elektrische Energie). Die Arbeitsgruppen wurden von Physiklehrern betreut. Dabei wurde schnell deutlich, dass bereits durch ein verändertes Nutzerverhalten große Einsparungen möglich sind. U. a. wurden folgende Vorschläge der Schülerinnen und Schüler umgesetzt:
Die Raumtemperatur in den Unterrichtsräumen wird während der Unterrichtszeit weitgehend auf 20 Grad gehalten.
Durch Verlegen des Nachmittagsunterrichtes aus dem Sek II-Gebäude in die anderen Gebäude an möglichst vielen Tagen kann im Sek II-Gebäude die Temperatur bereits gegen Mittag abgesenkt werden.
Auf Grund der seit Aufnahme der Jahrgänge 5 und 6 ab 2004 stark gewachsenen Schülerzahlen ist das mittlerweile allerdings leider kaum noch möglich.
Beim Lüften der Klassenräume wird auf Stoßlüften geachtet. Die Lichtschalter für die Innen- und Außenlichtleisten wurden gekennzeichnet. Oft reicht zur Beleuchtung die Innenleiste aus. Hinweisschilder „Der Letzte macht das Licht aus“ wurden an den Klassenraumtüren angebracht. In den Klassen 5-11 werden zwei Energiemanager gewählt, die auf den sparsamen Umgang mit Energie achten.
Die Initiatoren haben 2002 Jahr ihr Abitur gemacht und unsere Schule verlassen. Das Konzept hat sich grundsätzlich bewährt.
Die „nachwachsenden“ Energiemanager der Klassen 5 bis 11 sorgen weiter dafür, dass mit Energie für Licht und Heizung weiter möglichst sparsam umgegangen wird. Sie messen in der Heizperiode mehrmals die Raumtemperaturen. Aus den Messwerten wird ein Temperaturprofil erstellt, auf dessen Grundlage mit unseren Hausmeistern die Thermostateinstellungen und Heizpläne optimiert werden. Die Energiemanager sind auch für die Reinigung der Heizkörper im Hauptgebäude verantwortlich.
Neben der Senkung des Verbrauchs durch das geänderte Nutzerverhalten hat der Schulträger bis 2008 folgende Baumaßnahmen zur Senkung des Verbrauches vorgenommen:
Der Haupteingang und der Ausgang zum Schulhof wurden mit „Schleusen“ versehen. Die Pausenhalle wurde mit Scheiben mit geringerem u-Wert neu verglast. Die Fenster im Hauptgebäude wurden durch Fenster mit geringerem u-Wert ersetzt.
In 2008 wurden Teile des Flachdaches saniert und neu isoliert. Dadurch war die Installation einer ersten Fotovoltaikanlage mit 7,5kWp möglich. Die Anlage ging im November 2008 in Betrieb. Im Juni 2009 wurde sie erweitert. Die Leistung beträgt nun 35kWp. Wir erwarten eine jährliche „Ernte“ von ca. 27500kWh und eine CO2-Vermeidung von ca. 16t. Die Anlage erwirtschaftet so ca. 25% der elektrischen Energie, die unsere Schule benötigt.
Die Hausmeister haben an speziellen Schulungen zum Thema „Energieeinsparung“ teilgenommen
Für die Fotovoltaikanlage wurde im Juli 2009 in der Pausenhalle wurde ein Display angebracht, das die momentane Leistung, die von der Anlage erzeugte Energie und die CO2-Einsparung zeigt. Die Anzeigetafel erhielten wir auf Grund unserer Bewerbung beim Projekt "Solarsupport - Erneuerbare Energien (EE) sichtbar machen!". Dieses Projekt führte das Unabhängige Institut für Umweltfragen (UfU e.V) in Verbund mit der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie e.V. (DGS) durch.
Mit Hilfe des Landkreises Peine wurden 8 Experimentier-Solaranlagen angeschafft. Mit diesen „Solarkoffern“ können Eigenschaften von Solaranlagen im Physikunterricht in Schülerversuchen (z. B. Klasse 7: Unterrichtseinheit Energie, Klasse 9: Unterrichtseinheit Halbleiter) experimentell erarbeitet werden. Auch im Rahmen einer „Solar-AG“ können Versuche von interessierten Schülerinnen und Schülern mit dem Experimentiergerät durchgeführt werden.
In den folgenden Diagrammen ist der Verbrauch gemessen am Startwert dargestellt. Die Werte für 2008 wurden schulintern berechnet. Sie bedürfen noch einer Bestätigung durch den Schulträger. Bisher wurden unsere intern berechneten Werte durch den Schulträger bestätigt.
In 2004 ist im Rahmen der Abschaffung der Orientierungsstufe in Niedersachsen das angrenzende Gebäude der ehemaligen Hauptschule „Lessingschule“ zu unserem Gymnasium hinzugekommen. In den Statistiken erscheint es entsprechend ab 2004.
In dem Diagramm zur Fernwärme ist der Verbrauch bereits „witterungsbereinigt“, das heißt, der Einfluss milder/strenger mit Hilfe der Gradtagszahlen herausgerechnet. Einsparungen durch bauliche Maßnahmen wurden ebenfalls herausgerechnet.
Bei der elektrischen Energie wurde der Mehrverbrauch durch z. B. zwischenzeitlich neu installierte Geräte (Computer, Beamer, Overhead-Projektoren usw.) abgezogen um einen Vergleich mit dem Startwert zu ermöglichen.
In beiden Diagrammen wird also in erster Linie unser Erfolg beim sparsameren Umgang mit der Energie dokumentiert.
Insgesamt haben wir so bis einschließlich 2007 888.414kWh Fernwärme und 220.109kWh elektrische Energie eingespart. Bei der Erzeugung der Fernwärme wurden so ca. 220t und bei der Erzeugung der elektrischen Energie ca. 128t weniger Treibhausgas CO2 in die Atmosphäre abgegeben.
Bei den Energierechnungen wurden bis einschließlich 2007 102.862EUR eingespart. Die Stadt Peine lässt hiervon 40% in investive Energiesparmaßnahmen in den städtischen Schulen fließen, 30% sind zur allgemeinen Haushaltsentlastung bestimmt und 30% (30.859EUR) stellte sie unserer Schule zur freien Verfügung. Davon wurden z. B. u. a. der Fotokopierer, Schulmöbel, Geräte für die Naturwissenschaften, Bücher für die Schülerbibliothek sowie Spiele und Spielgeräte für den Freizeitbereich angeschafft.
Außerdem erhalten wir pro Schülerin und Schüler pro Jahr 0,50EUR für energiesenkende Maßnahmen. Hiervon wurden u. a. Thermometer, Luxmeter und „LICHT AUS“–Aufkleber und Thermostatventile angeschafft.
Den Diagrammen ist aber auch zu entnehmen, dass der Verbrauch in den letzten Jahren wieder ansteigt. Hierbei ist zu bedenken, dass seit 2004 die Schülerzahl auf mittlerweile über 1300 stark gestiegen ist. Dadurch wird praktisch jeder Klassenraum belegt; dies führt zu mehr Bedarf an Wärme und Licht und erklärt den Anstieg des Verbrauches.
Für die Zukunft ist geplant:
Optimierung des hydraulischen Abgleichs im 1. und 2. Stock des Hauptgebäudes.
R. Spaltenstein








