Umfangreiche Bauarbeiten abgeschlossen: Das Gymnasium am Silberkamp verfügt über vollautomatisches Passagierband durchs Schulgebäude.
Über 200 m Luftlinie beträgt die Gesamtbreite des Gymnasiums am Silberkamp, nachdem der Neubau in Richtung Hans-Gallinis-Straße im Sommer 2025 eingeweiht wurde. „Ausgehend vom Verkaufstresen in der Mensa müssen Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte eine beachtliche Distanz zurücklegen, wenn sie im Neubau Unterricht haben“, erläutert Schulleiter Simon Speer die Ausgangssituation. „Wir stellten in den vergangenen Monaten fest, dass es vor allem Schülerinnen und Schülern der Q-Phase schwerfällt, pünktlich zum Unterricht im Neubau zu erscheinen, wenn sie zuvor in der Mensa eingekauft haben.“
Auch für einige Pädagogen entpuppten sich die neuen Wege als Herausforderung. „Aufgrund der Lage des Lehrerzimmers muss man bereits fünf Minuten vor Pausenende losgehen, um pünktlich zu sein“, berichtet eine Lehrkraft. Ein Erdkundekollege verweist darüber hinaus auf die Problematik des Atlantentransports durchs Gebäude, der eher einer neuen triathletischen Disziplin gleiche.
Vorbild Airport
Um der Situation Herr zu werden, hat man sich am Gymnasium am Silberkamp einer Technik großer internationaler Flughäfen bedient: Über 150 m Passagierlaufband wurden installiert – von der Mensa über die Pausenhalle, den Durchgang, das Lessinggebäude bis zum Neubau. Die Laufbänder erreichen Geschwindigkeiten von 5 – 8 km/h, sind für Lasten bis zu 10 t ausgelegt und operieren dabei in beide Richtungen. „Wir erhoffen uns durch die hohe Investition mehr Komfort im Schulgebäude“, erläutert der stellvertretende Schulleiter Christian Schanz die erfolgreiche Baumaßnahme und ergänzt „mit Durchsagen machen wir darüber hinaus auf besondere Gefahrenquellen aufmerksam. Gepäck sollte zum Beispiel niemals unbeaufsichtigt gelassen werden.“
Doch mit jeder Neuerung gehen auch einige Tücken einher. So hat die Schulleitung in den ersten Tagen des Probebetriebs festgestellt, dass die neue Technik ein besonders eiliges Vorankommen erschweren kann. „Gemeinsam mit 200 Personen auf dem Beförderungsband ist ein Überholen nicht so einfach gegeben, beispielsweise wenn man noch schnell zur Bushaltestelle muss“, berichtet Speer. Hier überlege man derzeit, den Raum zwischen den Passagierbändern als „fast lane“ mit einer Mindest-Jogginggeschwindigkeit von 11 km/h freizugeben.
Schnell zum Sport
Eine weitere bauliche Maßnahme wird darüber hinaus mit Blick auf die Sporthalle und Aula ins Auge gefasst. „Um hier einen ähnlichen Komfort wie im Schulgebäude zu ermöglichen, planen wir derzeit aktiv mit dem Schulträger den Bau eines Skywalks“, schwärmt Schanz. Der angedachte Skywalk soll aus dem Neubau direkt über die Hans-Gallinis-Straße zur Sporthalle und später bis zur Aula führen und ebenfalls auf elektrische Passagierbänder setzen. „Wenn Sie vom Lehrerzimmer im Hauptgebäude mit zehn Minuten, ohne, dass Sie am Gebäude auschecken müssen, dann starten Sie im Grunde genommen im Lehrerzimmer Ihren Sportunterricht“, resümiert Speer (frei nach Edmund Stoiber).
