Gymnasium am Silberkamp
Silberkämper als NW-Forscher unterwegs

Ein Projekttag am Gymnasium am Silberkamp in Peine zeigt, wie spannend Naturwissenschaften sein können, wenn SchülerInnen selbst zu Forschenden werden.

Peine. Was passiert eigentlich mit Wasser, wenn man es genauer untersucht? Wie lässt sich eine naturwissenschaftliche Frage experimentell beantworten? Und was hat das alles mit Teamarbeit, Neugier und selbstständigem Denken zu tun?

Am Gymnasium am Silberkamp standen am 17. September 2026 diese Fragen im Mittelpunkt. Knapp 160 SchülerInnen des sechsten Jahrgangs tauschten an diesem besonderen Tag den gewohnten Unterrichtsalltag gegen NW-Fachfachräume, Experimente und Forschungsaufträge. Beim „Tag der Naturwissenschaften 2026“ ging es zwar um Wasser – doch eigentlich ging es um viel mehr. „Wasser ist einer der faszinierendsten Lerngegenstände überhaupt, weil es uns jeden Tag begegnet und gleichzeitig unzählige naturwissenschaftliche Fragen aufwirft“, erklärte Karsten Schlegel (links im Bild), Organisator des Projekttages, bei der Begrüßung in der Mensa. Dabei wurden die NachwuchsforscherInnen auch vom Schulleiter Herr Simon Speer (in der Bildmitte) und von der Koordinatorin für den Doppeljahrgang 5/6 Frau Julia Siemon (rechts im Bild) recht herzlich begrüßt.

Kleine Gruppen, große Fragen

Statt im klassischen Fachunterricht zu arbeiten, wurden die SechstklässlerInnen in neun klassenübergreifende Projektgruppen eingeteilt. Über den gesamten Schultag hinweg – von der ersten bis zur sechsten Stunde – forschten sie im 90-Minuten-Takt in unterschiedlichen Projekten aus den Bereichen Biologie, Chemie und Physik.

Der Vorteil dieses Projekttags, der nun bereits zum wiederholten Male am GaS stattfindet, liegt darin, so Schlegel, dass die Forschergruppen deutlich kleiner als gewöhnliche Schulklassen sind. Dadurch bleibt mehr Raum für Fragen, Diskussionen und vor allem für das eigene Ausprobieren während der Projektzeit. Denn naturwissenschaftliches Lernen bedeutet nicht nur, eine richtige Antwort aus einem Schulbuch zu übernehmen. Es bedeutet, Vermutungen aufzustellen, genau zu beobachten, Experimente zu planen, Ergebnisse auszuwerten – und manchmal auch festzustellen, dass eine Idee nicht funktioniert.

Genau darin sieht Schulleiter Simon Speer einen wichtigen pädagogischen Mehrwert des Projekttages: „Unsere Schülerinnen und Schüler sollen Naturwissenschaften nicht nur über Experimente kennenlernen. Sie sollen selbst erfahren, wie Wissenschaft funktioniert. Pädagogisch betrachtet steckt hinter einem solchen Projekttag ein wichtiger Grundgedanke: Kinder lernen besonders nachhaltig, wenn sie selbst aktiv werden und eigene Fragen entwickeln können.“ Dazu ergänzt Karsten Schlegel: „Wenn SchülerInnen selbst experimentieren, übernehmen sie Verantwortung für ihren Lernprozess. Sie müssen beobachten, begründen, diskutieren und ihre Ergebnisse hinterfragen.“

Auch aus Sicht der beteiligten Lehrkräfte eröffnete dieser Projekttag Möglichkeiten, die im regulären Fachunterricht nicht immer vorhanden sind. Während im Unterricht häufig curricular festgelegte Inhalte in begrenzter Zeit vermittelt werden müssen, konnten die Schülerinnen und Schüler diesmal länger an einer Fragestellung arbeiten und von FachkollegInnen im Teamteaching intensiver betreut werden.

Wenn aus Schülerinnen und Schülern Forschende werden

Für die Sechstklässler bedeutete der Tag vor allem eines: selbst machen.

Statt lediglich zuzuhören, wurden sie zu Beobachtern, Experimentierenden und Diskutierenden. Dabei mussten sie im Team Lösungen entwickeln und ihre Ergebnisse miteinander vergleichen.

„Ich fand gut, dass wir nicht einfach gesagt bekommen haben, was passiert. Wir mussten erst überlegen, was passieren könnte, und es dann ausprobieren“, berichtet eine Schülerin aus dem sechsten Jahrgang.

Ein anderer Mitschüler ergänzt: „Manchmal hat unser Experiment nicht sofort funktioniert. Aber dann haben wir überlegt, woran es liegen könnte und haben Unterstützungen von den großen Schülern bekommen. Das war eigentlich spannender, als wenn gleich alles geklappt hätte.“

Hierbei wird deutlich, dass die NW-Fachlehrkräfte zeitweise von engagierten Obersufenschülerinnen und -schülern unterstützt wurden. Sie halfen bei der Betreuung der einzelnen NW-Projekte und konnten dabei selbst Verantwortung übernehmen.

Auch diese Zusammenarbeit hat eine pädagogische Dimension: Lernen findet nicht ausschließlich zwischen Lehrkraft und Schüler statt. Schülerinnen und Schüler können ebenfalls voneinander lernen und Wissen weitergeben. „Wenn ältere Schülerinnen und Schüler jüngere beim Experimentieren unterstützen, entstehen ganz andere Gespräche. Die Jüngeren trauen sich häufig schneller, Fragen zu stellen, und die Älteren erleben, was es bedeutet, Verantwortung für andere zu übernehmen“, so beschreibt es eine weitere beteiligte NW-Lehrkraft.

Naturwissenschaften zum Anfassen

Im Mittelpunkt des Projekttags standen verschiedene naturwissenschaftliche Methoden und Konzepte. Die SchülerInnen untersuchten, beobachteten, verglichen, experimentierten und leiteten aus ihren Ergebnissen neue Erkenntnisse ab. Dabei wurde deutlich: Wasser ist weit mehr als eine farblose Flüssigkeit aus dem Wasserhahn. Es bietet Anknüpfungspunkte an zahlreiche naturwissenschaftliche Fragestellungen und verbindet die Fachbereiche Biologie, Chemie und Physik.

Für die Schule ist der Projekttag deshalb auch ein Beitrag dazu, Interesse an den Naturwissenschaften frühzeitig zu fördern und aus bestehenden Fragen entsprechende Antworten abzuleiten. „Kinder sind von Natur aus neugierig. Schule sollte diese Neugier nicht nur beantworten, sondern sie gezielt nutzen“, lautet ein pädagogischer Leitgedanke des Projekttages.

Ein gemeinsamer Abschluss

Nach sechs intensiven Stunden voller Experimente und Forschungsaufgaben kamen alle SchülerInnen des sechsten Jahrgangs zum Abschluss im Forum zusammen.

Der stellvertretende Schulleiter Herr Christian Schanz würdigte dort die begeisterte Mitarbeit der anwesenden 6.Klässler sowie das große Engagement aller beteiligten NW-Lehrkräfte, die diesen besonderen Tag ermöglichten. Doch damit war der Projekttag noch nicht ganz beendet: In einer Evaluation konnten die Sechstklässler ihre Eindrücke, Erfahrungen und Verbesserungsvorschläge mitteilen. Denn auch das gehört zu moderner Bildung: Schülerinnen und Schüler sollen nicht nur Lernende sein, sondern zunehmend auch Mitgestaltende von Schule.

Nach der Auswertung der Evaluationsbögen am Tagesende ergab sich das Feedback, dass dieser Tag der Naturwissenschaften 2026 bei vielen Beteiligten auf positive Resonanz stieß. Und so kommen die Verantwortlichen am Gymnasium am Silberkamp auch nach diesem besonderen Tag zu der Erkenntnis, dass man hier vor Ort an diesem Projekttag festhalten werde.

 

verfasst von K. Schlegel

Organisator des Tags der Naturwissenschaften